Was ist Schlaraffia ? ​

UNSER MOTTO: IN ARTE VOLUPTAS

Ritterlichen Gruß und Handschlag zuvor !

Das ist die offizielle Begrüßungsformel unter Schlaraffen. Der folgende Text soll Sie mit den Zielen, Inhalten und Gepflogenheiten eines traditionsreichen Männerbundes vertraut machen.

KUNST, FREUNDSCHAFT und HUMOR sind die tragenden Säulen dieses 1859 in Prag gegründeten „Vereins SCHLARAFFIA“ , der gestandene Männer weltweit unter dem Zeichen des weisen UHU verbindet.

Im Dritten Reich hatte sich die Schlaraffia, aus Angst unterwandert und politisch instrumentalisiert zu werden, selbst aufgelöst und in der DDR war sie verboten. Die Mischung aus Humor und Intelligenz war wohl zu gefährlich !

Eingebunden in ein ritterliches Spiel treffen wir uns in der „Winterung“ von Oktober bis April allwöchentlich (zur Zeit donnerstags, 19 Uhr), um in fröhlicher Runde einen unbeschwerten, selbst gestalteten Abend zu verbringen. Wir wissen im voraus selten, welcher Art die Beiträge sein werden, ob heiter, besinnlich oder ernst, meist aber von allem etwas.

„Sippung“ nennen wir diese Zusammenkunft, die auch unter einem bestimmten Motto stehen kann. Dies geschieht in „Reychen“ wie dem unseren „AN DER SIEG“, in einer „Burg“ als Versammlungsort. In Siegen ist es das DRK-Bereitschaftsheim, Siegen-Mitte, Hainer Weg 36. Es ist ein Spiel mit geistigem Einsatz, mit innerer Anteilnahme, mit Frohsinn, jedoch nach festgelegten Regeln. Eigene sprachliche oder musikalische Beiträge bereichern das Spiel und werden dankbar und gern angenommen.

Und wenn die Teilnehmer in pointierter Rede und Gegenrede ihre Eloquenz, ihre Schlagfertigkeit und ihren Witz aufleuchten lassen, dann fliegt der „güldene Ball“. Kommt es gar zu einem Duell, so wird dieses verbal mit „geistig geschärften Waffen“ oder musikalisch ausgetragen. Ein Spaß, der sich nicht beschreiben lässt. Politische und religiöse Themen sowie Zoten sind „verpönt“. Spott über den Alltag, Erholung vom Alltag, Regeneration für den Alltag.

Die „Rüstung“ (Rittermantel und Helm in den „Reychsfarben“, bei uns die Oranierfarben Blau-Orange) grenzt uns von der profanen Welt ab. Gleichzeitig hilft sie, Standes- oder andere Unterschiede für ein paar Stunden zu egalisieren. Deshalb geben wir beim Ritterschlag dem „Sassen“ einen neuen Namen, und er heißt künftig in der Schlaraffia etwa Ritter Most der Spritzige, wenn das so auf ihn zutrifft.

„Sassen“ sind unsere Mitglieder. Sie kommen zunächst als „Pilger“, können als „Prüflinge“ schlaraffische Eindrücke sammeln und werden dann mit beiderseitigem Einverständnis als „Knappe“ in den Bund aufgenommen. Zum „Junker“ erhoben, dringen sie tiefer in das Geheimnis schlaraffischer Weisheit ein und empfangen nach angemessener Zeit den „Ritterschlag“.

Die vielen Anführungen im Text deuten darauf hin, dass wir eine eigene Sprache mit einem etwas mittelalterlich angehauchten Vokabular sprechen. Auch das soll im Verlauf der Sippung Abstand zwischen uns und der Profanei herstellen. Dessen ungeachtet ist die Sprache der Schlaraffen im gesamten „Uhuversum“ Deutsch. Wo auch immer ein Schlaraffe in eins der Reyche in einem der fünf Erdteile als willkommener Freund einreitet, jedes der etwa 10 000 Mitglieder spricht unsere Sprache. Zu unseren Nachbarreychen in Herborn, Wetzlar, Gießen, Limburg, Dortmund, Hagen, Bonn … hegen wir freundschaftliche und regelmäßige Kontakte.

Was zeichnet den Schlaraffen aus? Kulturelles Interesse, geistige Beweglichkeit, Toleranz, Humor und Freude an Spiel und Geselligkeit, gewiss nicht gleichermaßen bei jedem; nicht immer, aber immer öfter und in zunehmendem Maße: Schlaraffe sein ist eine anhaltende Entwicklung. Auch wenn sich die Schlaraffia als Männerbund darstellt, unsere „Burgfrauen“ sind keineswegs ausgeschlossen. Es gibt die Sippung mit Burgfrauen, es gibt Feste mit Burgfrauen und in der „Sommerung“ von Mai bis September treffen wir uns zwanglos und regelmäßig, unternehmen Fahrten und Wanderungen mit unseren Frauen. Die daraus entstehenden Kontakte können zu engeren Freundschaften führen, die sich dann im privaten Bereich pflegen und weiterentwickeln lassen.

„Tue Gutes und rede möglichst oft darüber“ ist unsere Sache nicht. Aber, in aller Bescheidenheit, auch wir unterstützen SOS-Kinderdörfer und leisten soziale Hilfen. Weil wir in der Öffentlichkeit wenig auf uns aufmerksam machen, sind wir auch wenig bekannt. Aber Schlaraffia ist keine Sekte und kein Geheimbund, das ergibt sich aus den tragenden Säulen unseres Bundes: KUNST, FREUNDSCHAFT und HUMOR

Es wäre noch viel zu sagen, aber vieles lässt sich nicht in Worte fassen, man muss es erleben ! Nur Mut ! Wir heißen Sie willkommen.